Mit dem jungen Holländer Antony Hermus, der seit dieser Saison nun offiziell Generalmusikdirektor ist, steht in Hagen die derzeit spannendste Dirigentenpersönlichkeit NRWs am Pult. Hermus bürstet eingefahrene Gewohnheiten bei der »Fünften« [Tschaikowsky] gründlich gegen den Strich. Da wird kein schluchzendes Pathos mit dem breiten Pinsel aufgetragen. Stattdessen stellt Hermus das Werk zu Recht in die Erbfolge der Romantik und rehabilitiert Tschaikowsky damit als ausgewiesenen und höchst bewussten Kenner der europäischen Musikgeschichte. In dieser Deutung gewinnt das Romantische allerdings Kraftzentren, die sich durch gewaltige Gegensätze aufladen …
Westfalenpost, 30. 09. 2004
Der junge Dirigent Antony Hermus hat am Theater Hagen eine Entwicklung durchgemacht, die wie die europäische Variante des amerikanischen Traums vom Aufstieg eines Tellerwäschers zum Millionär anmutet: Innerhalb von fünf Jahren arbeitete sich der junge Holländer vom Praktikanten über die Positionen des Studienleiters bis zum Generalmusikdirektor hoch. Hermus, der das Amt in der letzten Saison bereits kommissarisch ausgeübt und mit seinen vier Premieren die Herzen des Publikums erobert hat …
Das Opernglas, September 2004