Gala »100 Years Philharmonic Orchestra Hagen«

with Robert Kreis

 

Tanzpalast-Stimmung

Seit 100 Jahren sind die Hagener Philharmoniker der Stolz der Stadt und das kulturelle Rückgrat der Region. Das älteste kommunale Orchester Westfalens feierte gestern Abend mit seinem Publikum bei einer festlichen Gala dieses bedeutende Jubiläum.

Seit 100 Jahren sitzen sie sich üblicherweise frontal gegenüber, die Musiker auf dem Podium und die Zuhörer im Parkett. Gestern wurde das sinfonische Protokoll tüchtig durcheinander gewirbelt. Philharmoniker und vielfach verkleidete Gäste suchten fröhliche Kontakte bei einer Gala, die ganz den goldenen zwanziger Jahren gewidmet war.

Dazwischen gab es zur Stärkung ein Menü mit abschließendem Dessert-Buffett, und der Zauberer Burkhard Hase verblüffte das Publikum mit akrobatischen Kunststückchen an Seil, Becher und Ball, ebenso wie später der Kunstpfeifer Geert Chatrou mit seiner Lippenfertigkeit viel Beifall ernten konnte.

»Ich freue mich und ich bin auch ein Stück weit stolz darauf, dass wir es geschafft haben, über 100 Jahre dieses Orchester zu erhalten«, betonte Hagens Kulturdezernent Christoph Gerbersmann zur Begrüßung. »Ich hoffe, dass uns dieses Orchester noch lange erhalten bleibt.«

»Vor allem die Mitmach-Aktionen finde ich gut, weil sie die Möglichkeit bieten, ein anderes Publikum an die Philharmonie zu binden«, so Gerbersmann später im Gespräch. »Das klassische Konzertpublikum hat traditionell eine feste Bindung an die Philharmonie. Aber es gelingt dem Orchester ganz hervorragend, junge Leute anzulocken. Das unterscheidet unser Orchester schon von anderen Philharmonien.«

Dirigent der Philharmoniker ist Dr. Antony Hermus. Der junge Holländer ist stolz darauf, die Musiker durch das Jubiläumsjahr zu führen. »Orchester einmal anders, das ist unser Motto. Und das kommt an, das Publikum hat ebenso viel Spaß wie wir.« Klaus Hacker, Vorsitzender des Theaterfördervereins, betont, dass die Hagener Philharmoniker ein Bürgerorchester im Sinne des Wortes sind, weil es Hagener Bürger waren, dank deren Initiative der Klangkörper gegründet wurde.

Tanz-Palast-Stimmung zauberten die Philharmoniker mit ihrer sinfonischen Zeitreise, durch die Robert Kreis moderierend und singend führte. Nicht nur der »Donauwalzer« gehörte zu den Höhepunkten des Programms, sondern auch »Wundervoll«: Genau. Wie die Hagener Philharmoniker.

Westfalenpost, 26. 10. 2007

 

 

> close window