Hymnische Harmonie
Anthony Hermus sorgte vor drei Jahren für Furore in der Orchesterlandschaft NRW. Mit gerade einmal 30 Jahren und nach nur knapp fünf Jahren am Theater Hagen wurde er (zunächst kommissarisch) zum Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters in Hagen ernannt. Im November 2005 gab er sein Bochumer Debüt. Erneut zu Gast war er jetzt im Schauspielhaus. Unter seiner Leitung spielten die Symphoniker ihr zweites Symphoniekonzert der Saison mit Werken von Anton Webern, Wolfgang Amadeus Mozart und César Franck. … Anthony Hermus dirigierte Orchester und Solist in perfekter dynamischer Ausgewogenheit. Man hatte den Eindruck, dass nicht nur das Publikum begeistert war, die Ausführenden waren es auch und harmonierten wunderbar miteinander… Mozart war ein Wunderkind. Auch Vater Franck hätte seinen Sohn César gerne als pianistisches Wunderkind präsentiert. Indes: Der Kindheitsruhm blieb aus, umso mehr Anerkennung genoss César Franck später als Komponist, Pädagoge und Organist in Paris. Seine Symphonie in d-Moll hat durchaus das Zeug zum musikalischen Breitwandspektakel. Der umsichtige Anthony Hermus überzeugte hier mit reicher Detailarbeit und transparenter Instrumentenführung. Viel Applaus und Bravos gab es zum Finale.
22. 10. 2006