Symphony Concert Philharmonic Orchestra Hagen

»Mussorgsky | Prokofjew | Sibelius«

 

Der junge Hagener Generalmusikdirektor Antony Hermus hat schon mehrfach sein Händchen für die Klänge des Abgründigen, des Gespenstischen, des Magischen bewiesen. Jetzt stellte er mit den Hagener Philharmonikern ein ganzes Sinfoniekonzert in den Dienst musikalischer Geisterbeschwörungen – und begeisterte damit das Publikum in der Hagener Stadthalle. Wie ein quirliger Harry Potter mit Taktstock statt Zauberstab engagiert sich Hermus für diese unerhörten Töne, die es in sich haben. [...] Doch die Hagener Philharmoniker präsentieren das ungeschminkte Original [Mussorgsky: »Johannisnacht auf dem kahlen Berge«], eine ungezähmte, wütende und sinnliche Musik, deren stampfende Rhythmen Hermus in wilden Bögen zur Ekstase drängt – nicht allerdings, ohne dem Waldweben der Holzbläser Raum zu lassen. [...] Hier [Sibelius: 2. Symphonie] entdeckt Hermus das Magische, das Hypnotische in dem urzeitlichen Rhythmus, der sich durchweg aus den scheinbar simplen Drehfiguren der Bässe in kolossale Klangausbrüche hinaufschraubt. Hermus läßt sein Orchester im vierfachen Forte donnern und zeigt damit, wie Musik bei Sibelius zur nackten physischen Realität wird, ebenso gefährlich wie unentrinnbar. Doch die »Zweite« besteht nicht nur aus Blechgewitter und Streicherglühen. Spannung entsteht aus den leisen Momenten, etwa in dem verzauberten Lied der Solotrompete oder im flüsternden Pizzikato der Kontrabässe und Celli. Am Ende findet Hermus die Erlösung für die aufgestaute Energie. Aus dem Hexentanz wird der festliche Choral: in wunderbarem Farbenglanz ausgesungen.

Westfalenpost, 09. 06. 2005

 

 

Antony Hermus und das Orchester präsentierten die [...] Urfassung mit glühender Leidenschaft, wuchtig-massiver Rhythmik, aber auch durchdacht gezügeltem klanglichem Kalkül. Da brauchte es wenig Fantasie für den Zuhörer, die Hexen um das heidnische Maifeuer auf dem Brocken toben zu sehen.

Westfälische Rundschau, 09. 06. 2005

 

 

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